
Haben Sie jemals heimlich in die Wohnzimmer fremder Menschen gespäht, gar in ihre Schlafzimmer? Das tut man nicht – klar – aber was wäre, wenn man die explizite Erlaubnis dazu hätte? Es ist seltsam, sich solch eine Situation zu vergegenwärtigen, doch es reicht, sich auf eine der unzähligen Websites zu begeben, auf denen Tausende per Livestream freiwillig Einblicke in ihr – meist sexuelles – Privatleben gewähren. Lapidar könnte man von Echtzeitpornos sprechen, wobei sich doch markante Unterschiede auftun, die mit einer heteronormativen Sexualität, wie man sie in der klassischen Pornografie findet, brechen. Die Bleistiftzeichnungen greifen Exempel heraus, die durch einen unkonventionellen Umgang mit Körperidealen, Sexpraktiken, Selbstdarstellung, Erwartungshaltungen, Objekt- und Subjektifizierung, der Interaktion zwischen Voyeurismus und Performance ein gängiges soziales Regelwerk strapazieren.



