


bilder und texte



Setzen wir uns an den Verhandlungstisch. Gerade dem so stark Geglaubten wird die Fresse zerschlagen. Welche Macht ist stärker? Die sichtbare oder verborgene? Gesetze sind die Visualisierung des Zustands einer Gesellschaft. Vielleicht sind sie aber auch Konzeptionen, die aufgrund des maroden, verstaubten Gewebes nicht mehr sind, als traurige Trophäen einer besser geglaubten Vergangenheit.



am spielplatz formt man sandburgen, mädchen und buben. man weiß ja genau, wie das alles auszusehen hat, immerhin drückt man die eigenwillig bröckelnde masse schon seit jeher in diese glatten formen. aber man muss dahinter sein, denn der kleinste windhauch oder regen wird zum anlass genommen, sich der strengen statik zu widersetzen. keine risse sind erlaubt!
My interest has changed from the very specific to the more general idea. My work and research in the last few weeks was focused on topics and layers of information that lie behind the mere visibility, the additional depth that is added trough consequent usage and interpretation. I finally reached a point where I decided to get rid of everything that might blur my vision. The crucial points of the castration project were masculinity and power. Now I stripped it down to the very starting point (actually the starting point for so many things): the body itself.
To what extent can a body be considered as matter, how can it be manipulated, adopted, used? Is my own body an object I can perceive without subjectivity and is there a neutral body at all? What happens if one tries to get rid of sociocultural connotations and personal association? Is this rather an abstraction or concretisation? The means of distortion seem to be of interest, since they allow working with the same material but forcing it into a new shape. It is an act of destruction and creation at the same, allowing to see the distorted element in a new context.
Durch das Projekt werden Stierhoden zum aufgeladenen Symbol konzentrierter Maskulinität, stellvertretend für ein Agglomerat tradierter männlicher Werte. Deren Internalisierung durch das Individuum ist ein Drahtseilakt zwischen Wille und Zwang, zwischen Entfaltungsmöglichkeit und persönlicher Einschränkung, zwischen Akzeptanz und Zurückweisung.
getting sick of bull balls
Utilisez-moi, merci
July 25, 2009Pornografie polarisiert, insbesondere wenn man sich dem Feminismus verschrieben hat. Die Frau ist Sexualobjekt, bloßer Körper, austauschbar und willenlos. Ein Spielball männlicher Phantasie für den einseitigen Lustgewinn. Ein Phänomen, das tiefe Gräben zwischen die Geschlechter reißt.
Begeben wir uns abseits des Mainstreams und werfen einen Blick auf schwule Pornografie. Die macht es uns leicht. Die Geschlechterproblematik ist weggefallen und wir haben es mit einer Subkultur zu tun, die sich aufgrund ihrer Außenseiterposition selten um Konventionen geschert hat, besonders in sexueller Hinsicht. Das äußert sich allein durch die vielfältigen Begehrensmuster, die zwischen hartem Leder-Macho und wimpernklimpernder Drag-Queen, zwischen 18jährigem Twink und 55jährigem Bären changieren, gespickt von sämtlichen Fetischen. Nirgendwo wird der schillernd bunten Sexualität so Rechnung getragen wie dort.
Einige Schemen, die aus heterosexuellen Pornos bekannt sind, kehren jedoch wieder: es entstehen Hierarchien, Konstellationen aus Unterwürfigkeit und Dominanz, verschiedene Machtebenen wenn man so will und die Argumentation, jene Differenz sei von sexuellem Reiz, ist wohl streitbar. Spannend ist jedoch, dass in schwuler Pornografie diese Rollen nicht starr festgeschrieben sind, sondern die Charaktere oft von einem Extrem ins andere wechseln. Diese Darstellung von Uneinheitlichkeit steht einem klar strukturierten Geschlechterbild entgegen, das klare Trennlinien zwischen Mann und Frau postuliert und Individuen per se in die Rollen von Aggressor und Opfer, Aktivem und Passiver zwängt. Klassische Pornografie trägt dieser Rollenvorstellung nur allzu oft Rechnung und ist daher zu kritisieren. Anstatt jedoch über ein (undurchführbares) Verbot nachzudenken, das vor allem DarstellerInnen kriminalisieren und in den rechtlosen Untergrund zwingen dürfte, ist es wichtiger an einer Demokratisierung von Pornos zu Arbeiten. Zum Teil ist wurde damit schon begonnen durch ein entsprechendes Angebot von feministischen, lesbischen sowie schwulen Produktionen oder home made-Pornos, die LaiendarstellerInnen ohne Zwang und kommerzielle Absichten in ihren eigenen Schlafzimmern zeigen, manchmal fernab von körperlichen und sexuellen Idealvorstellungen.
Das Problem, dass PornodarstellerInnen als Objekte angesehen werden, ist wohl dem Medium inhärent, da jene Art der Darstellung nur selten auf die Differenzierung eines Charakters ausgerichtet ist, und ebenso wie bei Werbeclips ein zu konsumierendes Produkt im Vordergrund steht hinter dem die Person als Individuum verschwindet.
In einem schwulen Porno vom französischen Regisseur Jean Daniel Cadinot aus den frühen 1980er Jahren bietet sich ein Mann als selbstbewusstes Lustobjekt an, indem er an einer Aufschrift lehnt „Benützen Sie mich – danke“. Eine Frau in dieser Position wäre wohl mehr als bedenklich. Dabei geht es jedoch nicht darum, dass man Frauen nicht so darstellen darf sondern die primäre Frage ist, was sich gesellschaftlich ändern muss, damit es kein Problem mehr stellt. Alternative, Geschlechterrollen aufbrechende Pornografie kann dazu sicher ihren Teil beitragen: Utilisez-la, merci!
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